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  • Die Tote von Anglona • Gianpietro Montano

Autor Gianpietro Montano

In welchen Genres schreibst du?

Thriller, Andere

Titel deiner bisher veröffentlichten Bücher?

Die Tote von Anglona

Wie kamst du zum Schreiben?

Ich habe bereits als Teenager gerne geschrieben. Meine Aufsätze in der Schule waren oft Kurzgeschichten. Da ich dabei das Thema gut umschrieb, bekam ich sehr oft gute Noten, auch wenn mein Deutschlehrer es schwierig fand, nichtklassische Aufsätze zu benoten.

Ich habe ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen. Schreiben gehört da zum Beruf. Wissenschaftliche Publikationen müssen präzise sein, das hat meinen Sinn für Sprache geschärft. Allerdings habe ich jahrzehntelang nichts anderes geschrieben. Erst als meine Kinder Teenager wurden, begann ich meine Gedanken schriftlich festzuhalten. Wiederum nicht als ein Tagebuch, sondern in Form von Kurzgeschichten oder Kolumnen für eine Regionalzeitung.

Sich kurzfassen zu müssen, hat mich mit der Zeit zunehmend eingeschränkt. Als meine Kinder begannen sich für ihre kulturellen Wurzeln zu interessieren, kamen die Erinnerungen an meine eigene Kindheit an die Oberfläche. Fragen, die ich mir nie gestellt hatte oder die ich mir vielleicht früher gestellt habe, aber mich nicht mehr daran erinnere, türmten sich auf. Bis ich beschloss, alles in Form eines Romans zu verarbeiten.

Worauf konzentrierst du dich beim Schreiben am meisten?

Ich durchlaufe mehrere Phasen. Zuerst entstehen Textausschnitte in meinem Kopf. Manchmal sind es vollendete Sätze, manchmal entsteht eine Bildabfolge wie in einem Kurzfilm. Ich schreibe diesen Textausschnitt nieder und lasse ihn ruhen.

So setze ich den Roman zusammen, bis ich das Gefühl habe, nun stehe das Grundgerüst. Anschliessend folgen mehrere Phasen der Überarbeitung. Ist der Ablauf logisch? Hat es Lücken oder lose Enden? Sind Raum, Menschen, Bewegungen, Geräusche, Gerüche, Emotionen usw. beschrieben. Ich überarbeite also das Manuskript, indem ich nur auf die Beschreibung des Raums achte, dann nur auf die Beschreibung der Menschen, anschliessend nur auf die Bewegungen usw.

 

Wie lässt du dich inspirieren?

Orte, Gespräche, Beobachtungen geben wir viele Impulse. Ich nehme Elemente aus dem richtigen Leben und wandle sie ab. Die Figuren sind von Menschen inspiriert, die ich kenne oder gekannt habe. Ich verschiebe sie in Raum und Zeit, wandle sie ab oder mische sie mit einer zweiten Person, die ich kenne. Ein Beispiel: Nachdem meine Hauptfigur eine Tote in einer Kirche findet, versucht er mehr über diese Frau zu erfahren. Dabei kommt zum Vorschein, dass ihr Vater im zweiten Weltkrieg für Italien gefallen ist, allerdings ist unklar wo, wann und wie. Die wahre Geschichte dahinter, hat mir eine Deutsche erzählt. Ihr Vater ist vom Russlandfeldzug nicht zurückgekommen, sie wusste nicht, ob er gefallen sei, geflüchtet oder gefangengenommen. Die Familie hat jahrelang, ja jahrzehntelang, erhofft, mehr zu erfahren.

Welches deiner Bücher gefällt dir selbst am besten?

Eine schwer zu beantwortende Frage. Ich habe bisher nur ein Buch unter meinem Pseudonym veröffentlicht. Es ist vollendet, was dem Buch einen endgültigen Charakter gibt. Ich habe aber auch vier Buchprojekte, die in sehr unterschiedlichen Stadien sind. Ein Buchprojekt existiert nur in meinem Kopf, ist noch wenig fassbar. Aber das Thema ist wir sehr wichtig. Die anderen sind unterschiedlich weit. Am nächsten ist mir das Buch, an dem ich gerade arbeite. Das bereichert mich am meisten, denn es hilft mir meine Gedanken zu strukturieren und zu verarbeiten. Je näher es der Veröffentlichung kommt, umso besser gefällt es mir. Deshalb antworte ich: mein nächstes Buch.

Welche Charaktere deiner Bücher sind dir am meisten ans Herz gewachsen?

Ich liebe alle meine Charaktere, weil ich sie erschaffen habe. Ich habe sie erschaffen, wie ich wollte, und damit wachsen sie mir alle ans Herz. Es gibt Charaktere, die viel Platz einnehmen, wie zum Beispiel die Hauptfigur. Sie gehört sicher aufs Podest. Ein altes Ehepaar, welches nur in einem Kapitel vorkommt, bereitet mir so viel Freude, dass ich es gerne auch aufs Podest nehme.

Wann erscheint voraussichtlich dein nächstes Buch?

Mit Bestimmtheit kann ich das nicht sagen, weil ich nicht weiss, wie lange die verschiedenen Phasen (siehe «worauf konzentrierst du …?») dauern werden. Voraussichtlich 2026.

Wo bzw. wie sind deine Bücher am einfachsten zu finden?

Im Onlineshop Deines Lieblingslieferanten. Physisch vor Ort im Buchhandel findet man das Buch selten, meistens muss es bestellt werden. Bei Amazon ist es immer an Lager. Da ich bei einem Printondemand-Verlag veröffentlicht habe, wird Dein Exemplar für Dich gedruckt. Das dauert nur 3 bis 5 Tage. Ein Buch in der Hand zu halten, welches nur für Dich gedruckt wurde, ist eine besondere Erfahrung.

Was sagst du deinen Lesern, die selbst gern schreiben würden, aber nicht wissen, wie sie beginnen sollen?

Mein Weg ist nicht Dein Weg. Sicher hilft es, zu verstehen, welche Autoren Dir aus welchem Grund gefallen. Ich bin Süditaliener. Ein Andrea Camilleri hat eine sehr präzise Sprache, bei jedem Satz hat man das Gefühl da sei weder ein Wort zu wenig noch zu viel. Domenico Dara, Gaetano Cappelli oder Mariolina Venezia haben einen ausufernden Stil. Suche Deinen Stil.

Deine Abschlussrede

Ich lebe nicht vom Schreiben. Muss und will ich auch nicht. Aber es ist mir wichtig, zu wissen, dass ich mit meinen Büchern Menschen erreiche, ihnen etwas gebe.

Wenn Du meine Bücher liest, wofür ich dankbar bin, dann freue ich mich Deine Meinung lesen zu dürfen. Du kannst mich auf meiner Homepage kontaktieren oder über meine Autorenseite bei Lovelybooks.

Deine Meinung interessiert auch andere, teile sie. Schreibe ehrliche Rezensionen.

Danke!