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Prolog
»Sie war tot. War es meine Schuld?« Dianas Gedanken überschlugen sich, während sie auf dem Weg nach Cardigan Bay war. Tränen sammelten sich in ihren Augen und verschleierten ihr die Sicht. Davon gab es in letzter Zeit so viele. Diana erinnerte sich genau daran, als Ralph ihr die Nachricht überbrachte. Sie fühlte sich wie gelähmt, wie tot. Doch sie musste herausfinden, was geschehen war. Das war sie ihr schuldig. Sie hatte so viel für sie getan. Und nun war sie tot. Ermordet. Jemand hatte ihr das Leben genommen. War jemand auch hinter ihr her? Was hatte das alles zu bedeuten? Diana parkte den Wagen und atmete erleichtert aus. Geschafft. Die rund 300 Kilometer hatte sie in gut zweieinhalb Stunden hinter sich gebracht. Immer wieder warfen sie Erinnerungen aus dem Konzept. Einmal wäre sie fast in ein entgegenkommendes Auto gefahren. Gerade so hatte sie das Steuer noch einmal herumreißen können.
»Konzentriere dich, Diana!« Hatte sie sich selbst zur Vorsicht ermahnt. Schließlich wollte sie nicht auf dem Friedhof enden. Diesen hatte sie endlich erreicht. Ihr Mascara war völlig verschmiert und sie klappte den kleinen Spiegel in der Sonnenblende ihres Wagens herunter. »Na, du hast auch schon besser ausgesehen«, sagte sie sich selbst und lächelte müde. Kein Wunder nach den ganzen Ereignissen der letzten Tage. Es gibt dieses eine Gefühl, das einen beschleicht, wenn man davon überzeugt ist, dass hier seltsame Dinge geschehen. Zufälle? Das kleine Eisentor des Friedhofes ließ sich mit einem geräuschvollen metallischen Geräusch öffnen. Diana erblickte bereits die trauernden Gäste der Beerdigung. Sie kannte niemanden aus ihrem engeren Familienkreis. Es waren alles Fremde. Diana und sie hatten einander kaum gekannt und doch gab es eine starke Verbindung zwischen ihnen. Nicht zuletzt, weil sie Diana geholfen hat. Es war nicht allein der Abschied, weshalb Diana den langen Weg hergefahren war.
Vor allem hatte sie eine Mission. Ein weiterer, endgültiger Abschied von einem Menschen, der ihr die Hölle auf Erden beschert hatte. Genau dort gehörte er auch hin. In die verdammte Hölle. Sie hatte ihren Ehering in einem Frischhaltebeutel dabei. Den trug sie schon unlängst nicht mehr, erinnerte er sie nur noch an die schlimmste Zeit ihres Lebens. Diana blickte sich um und erreichte sein Grab. »Geliebter Ehemann und Sohn« war darauf zu lesen. Wenn die wüssten, dachte Diana und lachte ein bitteres Lachen in sich hinein. R.I.H. Jeder, der hierherkam und diesen Ring sah, dachte an eine feine Geste und einem gar romantischen Rest in Heaven.
Doch sie wusste, wofür es stand. Rest in Hell. Und genau dort gehörte er hin.
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