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Solltest du einmal einen Virus auf deinem elektronischen Gerät haben, ist es an der Zeit, sich um guten Schutz zu kümmern.

Kauf nicht gleich das Erstbeste, sondern erkundige dich zunächst über das Unternehmen. Wo hat es seinen Hauptsitz und welche Sicherheitsbedenken und Verstöße gab es bisher. Dazu liest du am besten Berichte auf sicherheitsrelevanten Webseiten. Falls es negative Berichte gibt, solltest du abwägen, um welche Art negativen Bericht es sich handelt und ob es vielleicht doch besser ist, weiterzuschauen.

Erkundige dich immer auf unabhängigen Seiten, die weder zum gleichen Hersteller noch zu einem Tochter- oder Mutterkonzern oder einem Partnerunternehmen gehören.

Auch Antiviren- und andere Software wie beispielsweise Sicherheitskomplettpakete übertragen Daten von deinem Gerät ins Internet. Diese Informationen sind teilweise auch personenbezogener Natur. Hast du ein ›Abonnement‹ bei einem Unternehmen, sind dein Gerät, deine E-Mail-Adresse und so einiges mehr mit der Installation der Software verknüpft.

Sobald du mit deinem Gerät online bist, stellt die Software eine Verbindung zum Firmennetzwerk her und überträgt Daten. Viele dieser Schutzpakete scannen alle deine Dokumente, Bilder etc. und übertragen sogar die Titel, Größe und weitere Informationen ins Netzwerk des Herstellers, wo sie dann abgespeichert werden. 

Diese Unternehmen sammeln somit Informationen seiner Kunden. Teils um die korrekte Arbeitsweise ihrer Programme zu gewährleisten, teils um Informationen über ihre Kunden zu erfahren. Ein Schutzprogramm dient nur so lange deinem Schutz, wie es funktioniert, ohne dir in irgendweiner Weise zu schaden!

Wenn du Software, die dich schützen soll, auf deinem Gerät installierst, gehst du immer davon aus, dass du damit sicher bist. Dies ist nicht richtig.

Beispiele, um das zu verdeutlichen:

  • Du wählst ein Internetschutzprogramm eines Herstellers, bei dem es bereits mehrmals Einbrüche ins Firmennetzwerk gab und Kundeninformationen gestohlen wurden. Verbindungsdaten und weitere vertrauliche Kundeninformationen, die dort abgespeichert wurden, sind jetzt in den falschen Händen.
  • Das Unternehmen, das du wählst, ist Partner eines anderen Unternehmens, das dafür bekannt ist, dass es Daten verkauft.
  • Der Hersteller speichert mehr, als dir lieb ist, und du weißt es nicht.
  • Der Hersteller hat seinen Hauptsitz in einem Land, in dem die Regierung und weitere Einrichtungen jederzeit auf Daten in Unternehmen zugreifen dürfen oder schlimmer noch, einen direkten Draht ins Firmennetzwerk haben und ›Live‹ Daten abgreifen.
  • Du nutzt ein kostenloses Programm und der Hersteller bzw. Verteiber generiert dafür Profite duch den Verkauf deiner Nutzerdaten.
  • Weil du glaubst, alle Optionen zu aktivieren sei immer eine gute Idee, tust du das auch hier: Reportdaten senden, Marketing-Reports, Programme auf Häufigkeit der Nutzung scannen, Diagnose Report senden, Meshnet, deine Cloudordner  einbinden etc.
  • Du nutzt ein VPN und einen Internetschutz beim gleichen Hersteller. Außerdem hast du bei diesem Unternehmen deine E-Mail-Postfächer. Um dem noch eins obendrauf zu setzen, synchronisierst du deine E-Mail-Postfächer und Kontakte zwischen verschiedenen Geräten und in den E-Mail-Postfächern verschiedener Provider.

Solange du auf Werbeslogans der Hersteller hörst, dir aber kein eigenes Bild machst, nutzt dir dein Glaube an Sicherheit nichts. Du musst aktiv sein und dich schlaumachen. Ein Unternehmen, das dieses Jahr vertrauenswürdig ist, kann schon im Jahr darauf seine Firmenpolitik geändert haben. Es kann aufgekauft worden sein, ohne dass du es mitbekommen hast, oder die Sicherheitsmaßnahmen waren doch nicht so gut wie angepriesen. Kurz gesagt: Es kann viel passieren, wenn du dich nicht rechtzeitig schlaumachst.

Denke immer daran: Auch Hersteller von Antivirensoftware und dergleichen sind nicht deine Freunde, sondern sie möchten Profit einfahren. Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, wie sie es tun. Verdienen sie genug am Kunden (aus ihrer Sicht) durch Verkauf ihrer Software oder sind sie der Meinung, zusätzlich Nutzerdaten verkaufen zu müssen.

Wie schon erwähnt spielt auch der Hauptsitz eine Rolle und wie das jeweilige Unternehmen mit deinen personenbezogenen Daten intern umgeht. Für eine gute Recherche und um letztendlich eine sinnvolle Wahl treffen zu können, habe ich mir eine Vorlage erstellt. In diese Vorlage schreibe ich Hauptpunkte, wie in diesem Text erwähnt, und erhalte somit einen ›Punktewert‹. Plus- und Minuspunkte.

In Verbindung mit Wissen, Reports und meinen Vorlieben kann ich diesen Punktewert nutzen, um mir das für mich beste Angebot herauszusuchen. Bedenke zudem: Viele Features in den Softwarepaketen benötigst du nicht. Aufgepumpte Software schafft oft große Sicherheitsprobleme und kann dein Gerät verlangsamen.

PS: Recherche kommt immer vor Vertrauen.

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