Durch Anhänge und Links aus E‑Mails hast du Computerviren auf deinem Gerät. Diese Viren besitzen einen Mechanismus, an alle Kontakte in deinem Adressbuch eine Nachricht zu senden, um sich weiterzuverbreiten. Öffnet ein Empfänger eine dieser E‑Mails und den darin befindlichen Link oder Anhang, installiert sich ein Virus (Programm), der weiteren Schaden anrichtet. Dieser Virus überträgt Daten von deinem Gerät an den Angreifer.
Ein anderes Mal verschafft sich der Angreifer Zugriff auf dein Gerät via Social Media unter Vortäuschung von echtem Interesse an deiner Person.
Anhänge des vermeintlichen Freundes sind beispielsweise als Foto von ihm/ihr getarnt, indem er ein Tool als ›JPG‹ oder ein anderes Bildformat beschriftet und es dir unterjubelt. Nachdem du seine getarnten Fotos heruntergeladen hast, um sie dir anzusehen, indem du draufgeklickt hast, erhältst du eine Fehlermeldung: ›Die Datei ist beschädigt ...!‹ Du denkst: Irgendetwas bei der Übertragung muss schiefgelaufen sein, na ja, kommt öfter vor.
Du kannst dir nicht vorstellen, dass das Foto ein Computervirus in Form eines Programms ist, der sich auf deinem Gerät installiert hat. Der ›Gute Freund‹ aus dem Social-Media-Portal hat ab sofort Zugriff auf dein Gerät, ohne dass du etwas davon ahnst. Mit Schutzmaßnahmen hast du es auch nicht so. Deshalb hast du weder eine Antivirensoftware noch einen geeigneten Internetschutz installiert. Warum auch, im Internet sind nur Freunde, dazu kennst du solche Probleme auch nicht.
Über das installierte Werkzeug kann der Angreifer immer dann eine Verbindung zu deinem Gerät aufbauen, wenn es online ist. In Zeiten der Flatrate sind das die meisten Geräte, 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. Oftmals läuft die Codekiste rund um die Uhr, ohne dass du davorsitzt und etwas daran machst.
Bis du merkst, dass etwas nicht stimmt, können Monate vergehen. Bis dahin werden deine privaten Daten, deine Dokumente, Bilder und alles, was auf dem infizierten Gerät gespeichert ist, rechtswidrig abgegriffen. Häufig und in Verbindung mit zuvor gestohlenen Daten auf Social-Media-Plattformen kommen auf diese Weise immer mehr Daten über dich zusammen. In den Händen von böswillig Personen kann und wird das irgendwann fatale Folgen für dich haben.
In den Jahren, seit Bestehen des Internets, gibt es zig Milliarden gestohlener Datensätze von Internetnutzern rund um den Globus!
Bist du jemand, bei dem ›etwas zu holen‹ ist, ist die Gafahr, dass dir der Angreifer ans Leder geht, noch einmal um ein Vielfaches höher. Denn darum geht es ja letztendlich: Jemandem etwas wegzunehmen!
Diebe in aller Welt haben jetzt deine vertraulichen Texte, privaten Fotos, Dokumente von Ämtern, deine und wahrscheinlich Telefonnummern weiterer Personen, Kontoauszüge, Liebesbriefe etc. und verkaufen diese weiter oder nutzen all das auf verschiedene Art und Weise, um sich damit zu bereichern.
Smart-TV, Amazon-Türklingel, Smartphone, Tablet und unzählige weitere Wege ins Internet!
Der oder die Angreifer wissen, in welcher Zeitzone du dich befindest, und schlussfolgern daraus, wann sie bei dir einsteigen können. Nicht zu vergessen: Deine Urlaubsunterlagen sind auf dem Gerät. Durch Zugriff auf dein Notebook, Tablet oder Smartphone kann der Feind steuern, wie er möchte. Er aktiviert die Webkamera und inspiziert nun alles im Erfassungsbereich dieser. Er sieht Gegenstände und ob jemand herumläuft. Das Notebook steht mit geöffnetem Display in Richtung deines Bettes. Fremde können dich jetzt beim Schlafen oder anderem beobachten!
Dein Kontakt aus dem Social Media kann in aller Ruhe deine Wohnung ausräumen, denn er weiß, wann du in den Urlaub fährst. Weil du nicht nur deine eigenen privaten Daten auf deinem Gerät gespeichert hast, sondern auch die deiner Bekannten und Freunde, besitzt er nun auch diese.
Der Einbrecher hat sich jetzt bei dir festgefressen und kommt immer wieder, solange dir das nicht auffällt. Ist er in deinen vier Wänden gewesen, fällt das sicherlich auf, aber dass er Informationen zu deinem Aufenthaltsort haben kann, macht den Schutz nur sehr schwer möglich. Der Angreifer muss nur immer wieder die beste Zeit für sich wählen und dann zuschlagen. Was kannst du dagegen tun, wenn du mehrere Stunden oder Tage von deinem Zuhause weg bist?
Mehr Schlösser anbringen? Eine Alarmanlage? Wir wissen doch schon längst: Für alles gibt es Gegenmaßnahmen.
Informationen sind Macht!
Gehen wir noch einen Schritt weiter. Du hast Kinder und bist gut betucht. Deine finanzielle Situation ist nun kein Geheimnis mehr und Kinder sind ein gutes Druckmittel, um an Ersparnise zu gelangen.
Was auch immer geschieht, wenn du deine Privatsphäre aufgibst, sie abhandenkommt, egal auf welche Weise, du kannst niemals wissen, wann das ausgenutzt wird. Auch Jahre nachdem dein Gerät oder dein Social-Media-Account kompromittiert wurde, können unvorhersehbare Ereignisse geschehen, die dein Leben und das deiner Familie und Freunde aus der Bahn werfen, dich für immer ruinieren oder zu einem Pflegefall machen.
Tipp: Lerne geeignete Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit dem Internet, lies Bücher über dieses Thema und informiere dich. Fordere große Portale auf, wie beispielsweise die bei den BigTech-Unternehmen, dir eine Auflistung bereits entwendeter Informationen zu deiner Person bereitzustellen. Schau auf Sicherheitsportalen nach Datendiebstahl und Dateneinbrüchen und protokolliere jene, wo du einen Account hast. Erstelle dir eine Liste. Diese sendest du mit deiner Aufforderung dem entsprechenden Unternehmen in Bezug zu deiner Person. BigTech verspricht, dass deine persönlichen Daten bei ihnen sicher seien, was nicht der Fall ist. Du hast ein Recht darauf, Risiken abschätzen zu können. Es geht um deine Zukunft.