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Die Community für Leser

Vor 20 Jahren sah alles noch ein wenig anders aus. IT-Abteilungen hatten nicht wie heute 50 und mehr Mitarbeiter. Gegenwärtig besteht ein Unternehmen zum Teil aus 50 % Verwaltung im Bereich Informationstechnologie, dabei sollte Technik doch eigentlich Erleichterung bringen.
Damals war alles ein wenig übersichtlicher. Nicht wegen der Mitarbeiter, obwohl, das vielleicht auch.
Abteilungen, wohin das Auge reicht. Enwicklung, Marketing, Datenbanken, Administration, Windows, Linux, Webdesign, Server, Desktopmanagement, Nutzerservice, Fehleranalyse, Dispatch und wer weiß, was noch alles. Wer blickt da noch durch?
Mit Internet, Spam, Phishing, Raubkopien und Künstlicher Intelligenz – gepaart mit Versionsorgien und immer einer scheinbar neuen Marketingidee – sind wir auf der Jagd nach Reichtum und Anerkennung. Zeitraubende und oftmals sinnlose Aktionen überschwemmen unser Leben.
Den Durchblick über all das zu behalten, ist ein Teil unserer täglichen Arbeit geworden. Den anderen Teil unserer Zeit wenden wir für die Rotation der angewandten Materialbeschaffung im Wechsel mit auferlegten Regeln und Einschränkungen auf.
So viele Programme, neue App-Versionen, KI-Dienste wie ChatGPT 3, 4 oder 5 – ob es sich dabei wieder um eine vermeintlich neue Variante der Farbe ›Helllichtdunkelblau‹ handelt oder der neue Bolide rundlichere Lichter hat als das Vorgängermodell, es genügt nicht!

Langsam, aber sicher gehen uns nicht nur die Ideen aus! Wir haben uns so tief in Nichtigkeiten verstrickt, dass es wehtut.

Die Augen schmerzen beim Blick auf die Straße, schmerzen, wenn wir den langersehnten Film aus der Traumschmiede sehen oder im Internet auf Webseiten schauen, bei denen der Hintergrund weiß und die Schrift hellgrau ist. Es schmerzt jedes Mal aufs Neue, einen mit Plastik ummantelten Computer an uns vorbeifahren zu sehen, den wir als Automobil bezeichnen. Oder einen angekündigten Blockbuster zu schauen, der wieder einmal vom Ablauf und Inhalt her identisch ist mit Tausenden Filmen, die es zuvor schon gab. Es tut weh, nach jahrzehntelanger Hard- und Softwareentwicklung in Monitore mit Inhalten zu starren, in denen Entwickler, Installateure und Marketingexperten ihre Ignoranz über Ergonomie und das, was am besten für das menschliche Auge ist, breittreten.

Überzeugungsarbeit und Überredungskunst sind der Schlüssel!
Zumindest am Anfang. Im weiteren Verlauf, wenn wir uns daran gewöhnt haben, wollen wir freiwillig mitspielen. Das, was wir schon seit längerer Zeit tun, ohne groß darüber nachzudenken, das muss doch etwas bringen, oder nicht?
50–100–200 … Jahre Energie in etwas zu investieren, dessen Ende von vornherein klar sein müsste, führt uns auf einen Weg voller Schmerzen, Gleichgültigkeit und Ignoranz. Wenn das alles schon immer so war, dann ist es eben so. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder die ein oder andere Veränderung. Gab es die wirklich?

Heute arbeiten wir mit vier Dutzend Kollegen in einer Abteilung mit dem Ziel, Herren über die Mathematik zu werden, vor zehntausend Jahren rannten wir über das Land, um Nahrung für unsere Familie zu besorgen. Heute bezahlen wir alles mit etwas, das wir ›Geld‹ nennen, damals waren es handwerkliche und geistige Güter, die jeder selbst erschaffen hatte.
In all den Jahrzehnten, Jahrhunderten und Jahrtausenden haben wir nur gelernt, was wir im Innersten schon wussten, nur die Werkzeuge haben sich verändert, mit denen wir unsere Lebenszeit verbringen. Aus Speeren wurden Raketen, aus Steintafeln Bücher und aus der Natur wurde Künstliche Intelligenz.
Den Blick auf Dinge, die wichtig sind, haben wir dabei verloren. Die Konzentration auf Geld, hat in all den Jahren die Wirklichkeit und die gesunde Sicht auf unsere inneren Werte verdrängt, mit denen wir grundsätzlich ausgestattet sind. Technik, das Internet und Künstliches sind zu unserer Nahrung geworden. Wir würzen sie mit kopierten Texten und Ideen unserer Mitmenschen und nicht zuletzt mit dem, was wir im Tierreich sehen. Wir sehen jeden Tag Mathematik, aber verstehen tun wir sie nicht!

Natürlich, 1+1 = 2, das ist nicht sehr schwer. Vielleicht beherrschen wir noch Prozent- und Flächenberechnung. Einige sind wirklich gut darin, mit Mathematik das Universum zu beschreiben. Die Mathematik des echten Lebens verstehen wir nicht!
Milch kommt aus der Tüte und Strom aus der Steckdose. Es ist fasziniernd zu sehen, wie wir vorgeben etwas zu können oder zu wissen, auch wenn es nicht so ist. Es macht einfach Spaß, ein Held zu sein oder in eine andere Rolle zu schlüpfen, sich ein Kleid überzuziehen oder sich mit einem fahrbaren Plastikcomputer seinen Mitmenschen zu präsentieren. Gleichgesinnte zu treffen und mit ihnen den ›neuesten Schrei‹ zu diskutieren. Dann sind wir ›IN‹ und angesehen, steigen in der Gunst der anderen auf und unser Ego wird befriedigt.

Seit Anbeginn fragen wir uns: Warum sind wir hier? Was ist der Sinn des Lebens? Woher kommen wir? Mittlerweile interessieren diese Fragen kaum noch jemanden, dafür gibt es jetzt ›Buttons‹ und ›Hashtags‹.
Um das mit unserem eingeschränkten Repertoire zu beantworten, haben wir uns in Glaubensgemeinschaften zusammengefunden. Ursprünglich eher in Richtung Weltanschauung, was dann in Religionen und Sekten und letztendlich in YouTubern und in KI-Anhängern endete. Der Glaube an Gestalten, Orks und Trolle, Supermann und Superwoman, an die Ausdehnung des Weltalls, dass wir die Krone der Schöpfung seien und dass wir mit Technik die Erde beherrschen könnten. Der Verdacht drängt sich auf, die Geschichte der Menschheit würde uns zeigen, dass wir nicht falsch liegen können. Wir sind die Nummer 1.
Die wenigsten Tiere können Werkzeuge nutzen, geschweige denn Computer bedienen oder Autos fahren. Diese dummen Viecher sind nur durch Verarbeitung als gutes Steak oder Gulasch zu gebrauchen. Wir dagegen sind etwas Besonderes. Wir tragen Kleidung, immer wieder neue. Technik, die wir erfinden, macht uns reich, sie gibt uns Macht über jedes Tier und sie bringt uns Onlinedienste.
In all diesen Dingen steckt Mathematik, ob wir es sehen oder nicht. Werkzeuge erleichtern uns das tägliche Leben, zu viele Werkzeuge rauben uns Zeit. Zeit, die wir nicht mehr haben. Seit Jahrtausenden beschäftigen wir uns mit Wissenschaft, Materie, dem menschlichen Gehirn und vielen anderen interessanten Themen. Wir erschaffen Dinge, die wir verkaufen möchten. Verkaufen und kaufen sind zwei der wichtigsten Punkte in unserem Leben geworden. Im Laufe der vergangenen Jahrtausende haben wir uns bemüht, nein, alles daran gesetzt, dass nichts anderes außer Produktion und Verkauf unser Dasein bestimmt.

IT-Abteilungen, Onlinedienste, Autowerkstätten, Starbucks, Hollywood, Computercode und unzählige Erfindungen dienen nur einem Zweck – etwas zu verkaufen. Geld! Ich will es, und zwar so viel wie möglich! Mit Geld kann ich alles tun und alles sein, was und wer ich will!
Ich! Ich will! Ich will Vergnügen. Es macht Spaß, jemand zu sein, der man eigentlich nicht ist, und es macht Spaß, dabei zu sein. Mathematik ist nicht nur die Berechnung einer Strecke oder das Addieren von Zahlen, es ist die Essenz des Universums. Mit Mathematik lassen sich Planeten formen und Galaxien erschaffen. Ein Teil von uns ist Mathematik. Das Fleisch, das Blut, unsere Haare und alles andere an und in uns lassen sich mit Mathematik erklären und berechnen.
Wenn wir so schlau sind, wie wir glauben, und etwas Besonderes, weshalb machen wir dann immer die gleichen Fehler, und das schon seit Anbeginn unseres Daseins?

Weshalb richten wir unser Augenmerk auf Vergnügung, Geld, darauf, jemand sein zu wollen, und auf Künstliches, anstatt neue Welten zu erschaffen. Im Universum gibt es angeblich so viele Galaxien, wie es Sandkörner auf der Erde gibt. Diese wiederum beinhalten unzählige Planeten und Sterne. Unser Gehirn ist ähnlich wie das uns bekannte Universum aufgebaut. Alle Lebewesen sind in irgendeiner Weise miteinander verbunden, in etwa so wie Zellen in unserem Gehirn. Wir funktionieren von Natur aus nur zusammen gut, wenn wir zusammenarbeiten! Weshalb tun wir das dann nicht, sondern bekämpfen uns?

Unsere Krankheiten sind der Schlüssel. Wir haben unter Einwirkung von Krankheiten Werkzeuge erfunden die uns immer kränker machen. Mit all dem, was wir erfunden haben, erschaffen wir vieles, dass unsere eigene Entwicklung in die falsche Richtung lenkt. Wir wurden vergnügungssüchtig und machthungrig, Ignoranten und gleichgültig, blind, die Stärke der Mathematik zu sehen, die in uns schlummert und unsere eigentliche Stärke ist – die Natur und die Macht der Mathematik! Anstatt beides zu kombinieren, dass uns allen nutzt, erschaffen wir nur sinnlose Werkzeuge, die uns schaden und in einem abgeschlossenen Teil des Ganzen gefangen halten.

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