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Kolumne Kinder unsere Zukunft

Thema

  • Kinder
Meinung

Unsere Kinder wachsen in einer Welt auf, in der künstliche Intelligenz immer selbstverständlicher wird. Die einen sind begeistert und sehen in ihr einen praktischen Alltagsbegleiter, andere erkennen eine Gefahr für unsere Umwelt und vor allem für unsere Kinder. Ich gehöre eindeutig zur letzteren Gruppe.

Neulich erzählte mir eine Mutter aus dem Elternbeirat, dass KI zukünftig häufiger als eine Art Schulbegleiter eingesetzt werden soll. Ich musste erst einmal schlucken. Hausaufgaben, Aufsätze, Lernprozesse. Alles könnte von einer künstlichen Intelligenz unterstützt oder teilweise übernommen werden, veranlasst durch das zuständige Schulamt. KI im Klassenzimmer als eine notwendige Vorbereitung auf die Zukunft? Nein, es ist lediglich der bequemste Weg, Kindern das Denken abzunehmen. Ich finde das unverantwortlich!

Lernen bedeutet Zusammenhänge zu verstehen und eigene Gedanken zu entwickeln, sich irren und neu anfangen zu dürfen. Wenn ein Programm den Aufsatz schreibt, bevor ein Kind überhaupt gelernt hat, seine Gedanken zu ordnen und zu begreifen, worin besteht dann noch die eigene Leistung? Ihnen wird der Anreiz genommen, selbstständig zu denken und essentielle Fähigkeiten zu entwickeln. Warum unsere Kinder verdummen lassen?

Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Damals war es nicht einmal selbstverständlich einen Taschenrechner zu benutzen. Kopfrechnen war angesagt, das mühsame Nachschlagen im Lexikon, Bücher wälzen, Notizen machen und Texte selbst formulieren. Es dauerte seine Zeit, man hatte häufig keine Lust, aber das Wissen blieb hängen. Wir mussten uns mit einem Thema auseinandersetzen, anstatt eine fertige Antwort zu kopieren.

Die Gefahr, dass unsere Kinder Inhalte übernehmen, deren Herkunft sie nicht kennen und deren Wahrheitsgehalt sie nicht beurteilen können, ist gefährlich hoch. Noch schlimmer ist, dass sie sich daran gewöhnen, dass Denken ausgelagert werden kann. Aus dem eigenem Nachdenken wird bequemes Einfügen. Aus Neugier wird ein Suchauftrag. Aus Lernen wird Ergebnisverwaltung.

In den richtigen Händen mag KI sinnvoll sein. Für die Bildung und Entwicklung unserer Kinder jedoch finde ich es absolut kontraproduktiv. In den Klassenzimmern von heute wird das Fundament für die Welt von morgen gelegt. Wie soll eine seelenlose Maschine unseren Nachwuchs auf das Leben vorbereiten?

Ausgebildete Lehrkräfte vermitteln unseren Kindern Wissen, Kulturtechniken, Lernlust und weitere wichtige Kompetenzen. Im Umgang mit den Mitschülern lernen sie Sozialverhalten, Gemeinschaftssinn und Toleranz.

Es ist wichtig unsere Kinder dabei zu unterstützen, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Wir möchten ihnen selbstständiges, logisches Denken vermitteln, ihre Kreativität fördern, ihnen Grundwissen vermitteln, ihre Empathie, Selbstwert und Konfliktfähigkeit stärken, ihre Interessen wecken und ihnen dabei helfen, ihre Fähigkeiten auszubauen.

Wenn wir ihnen diese Kernkompetenzen so früh abnehmen, verschenken wir die Zukunft unserer neugierigen, klugen Kinder.

Schulsachen in Kolumne bei Wortundgeistreich von Eureka Palmer

Kolumnist*in

Eureka Palmer ist im Gesundheitswesen tätig und entdeckte früh ihre Liebe zur Literatur. Sie schreibt in unterschiedlichen Genres und richtet dabei den Fokus auf lebendige Beschreibungen und authentische Figuren. In den Ferien zieht es die Autorin mit ihrer Familie ans Meer, wo die frechen Ostsee-Möwen Zuhause sind und das Wellenrauschen ihre Inspiration anregt.

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Kommentare

Emilia_Benedict So., 04.10.2026 - 09:33

Ich bin entsetzt. Unsere nachfolgende Generation wird mit Dummheit geimpft. Marionetten, deren Wahrheitsempfinden durch die KI vorgelegt wird. Manipulation vom Feinsten.

Eureka Palmer So., 04.10.2026 - 09:52

Antwort auf von Emilia_Benedict

Als ich davon erfahren habe, war ich auch dermaßen geschockt, dass ich erstmal schlucken musste und dachte: Wie entsetzlich. Früher durften wir nicht einmal einen Taschenrechner benutzen und heute dürfen unsere Kinder nicht mehr selbstständig denken. Mich lässt das nicht los.

Isabellw So., 04.10.2026 - 10:59

Danke für diesen Beitrag. Kürzlich habe ich von einer Mutti gehört, dass bei ihrem Kind in der Schule die Rechtschreibung nicht mehr bewertet wird, das sei nicht mehr wichtig, weil das sowieso auch später die KI übernimmt. Werden künfig Analphabeten gezüchtet?

Eureka Palmer So., 04.10.2026 - 11:35

Antwort auf von Isabellw

Ich habe genau denselben Eindruck. Unsere Kids werden von der Gesellschaft regelrecht zu Faulenzern erzogen. Wenn sich nichts ändert, werden die Menschen irgendwann nicht mehr selbstständig lebensfähig sein. Umso wichtiger ist es, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen und gegensteuern, so weit wir können. Ich versuche meinem Kind permanent den Spaß an Wort und Schrift zu vermitteln. Wir zeichnen und lesen sehr viel. Wenn ich eine Kindergeschichte schreibe, macht sie grundsätzlich mit, bringt ihre Ideen ein und formuliert kurze Sätze. Es ist nicht viel, aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

connym Mo., 05.10.2026 - 12:40

eben habe ich den Beitrag davor gelesen und auch dieser hier zeigt, dass Kinder heute nur noch nebenher laufen und es wäre für mich unverantwortlich in dieser Zeit ein Kind in die Welt zu setzen. Bei uns in der Schule gab es noch den Rechenschieber, da mussten wir unser Gehirn noch anstrengen, heute werden dumme Menschen gewüchtet. Warum machen das die Eltern überhaupt brav mit?

Eureka Palmer Mo., 05.10.2026 - 14:57

Antwort auf von connym

Ich sehe das auch so und animiere Eltern, mit denen ich ins Gespräch komme, dazu, sich das nicht bieten zu lassen. Wenn möglichst viele mitmachen, wer weiß, vielleicht können wir was bewegen.

Paolo Silas Di., 06.10.2026 - 11:51

Eltern sagen zu ihrem Kind, es soll ein Tablett mit Plätzchen nicht anfassen, und es antwortet: "Ich werde die Plätzchen nicht anfassen – und fügt sofort hinzu: "Ich trage das Tablett nur kurz hinüber, um es meinem Geschwister zu zeigen."
Widerstehe dem Drang zu denken: "Mein Kind verhält sich wie ChatGPT". Selbst wenn dein Kind dir, genau wie ein KI-Bot, verbal versichert, dass es etwas nicht tun wird, bevor es es dann doch tut.

Wir alle haben schon beobachtet, wie KI menschliche Verhaltensweisen nachahmt. Wenn KI so etwas tut, zeigt das auch, dass die KI in dein Gedankenleben übergreift und dich manipuliert. In Wahrheit aber sind es die Entwickler von KI, und diejenigen, die das unterstützen. So ein Eingreifen in die menschliche Gedankenwelt passiert häufig bei starker Immersion, beispielsweise wenn bestimmte Videospiele dutzende stundenlang gespielt werden, und die Spieler beginnen, das Leben durch diese KI-Brille zu interpretieren.

Zur Zeit ist diese für Schulen und somit an der Wurzel geplant, bei den Kindern. Menschen, die nicht selbst denken, lassen sich ihre Gedanken vorgeben und reagieren dementsprechend. Kein eigenes Denken – keine eigenen Entscheidungen! Kontrollierte Kinder ergeben (meist) kontrollierte Erwachsene!

Die Grundlagen für die Entwicklung der KI ist Social Media. In den Jahrzehnten seit denen es SM gibt, wurden bewusst Daten gesammelt, um KI so auslegen zu können, das es den größtmöglichen Suchtfaktor aus seinen Nutzern herauskitzelt. Wer würde es sonst nutzen wollen?
Nach und nach wird die Technik in alle Bereiche des täglichen Lebens eingeführt, um die Massen zu kontrollieren. Leider verstehen das nur die Wenigsten, die KI nutzen.

Betrachtet man wer vor allem KI nutzt, sind es Personen mit einem oder mehreren SM-Accounts, und welche, die etwas bestimmtes nicht beherrschen, und glauben" KI wird es richten – Ab jetzt kann ich es". Was natürlich ein Irrglaube ist. Wer nach Geld trachtet, lässt sich so einiges an Ausreden einfallen, um sein Verhalten zu rechtfertigen.

walterm Do., 22.10.2026 - 22:52

Ich kann dabei nur mit dem Kopf schütteln. Das KI gelumpe hat nichts in Schulen zu suchen!

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