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  • Andrew G. Berger

Autor Andrew G. Berger

In welchen Genres schreibst du?

Dystopie, Science Fiction, Young Adult

Titel deiner bisher veröffentlichten Bücher?

Der Sonnensturm

Wie kamst du zum Schreiben?

Als ich Gymnasiast war, habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben liegt und Spaß macht. Also habe ich für die Schülerzeitung geschrieben, dann für das Lokalblatt, später als Student für eine große überregionale Tageszeitung. Dann kamen Prosastücke hinzu, die in Anthologien veröffentlicht wurden. Ich habe Bücher herausgegeben und an der Herausgabe von Büchern mitgewirkt, schreibe für Film und TV. Aus einem solchen Projekt heraus ist auch die Idee zu "Der Sonnensturm" entstanden, meinem ersten langen Roman, den ich unter meinem Autorennamen veröffentlicht habe.

Worauf konzentrierst du dich beim Schreiben am meisten?

Das ist schwer zu beantworten, da der ständig den Fokus wechselt, je nach dem, in welcher Phase des Schreibens ich bin. Am Anfang steht vielleicht der Plot im Vordergrund, dann die Charaktere, dann wieder der Plot, wenn es darum geht, die Story noch spannender zu machen, z.B. durch überraschende Wendungen. Später ist es dann an der Zeit, an der Sprache zu feilen, an den Bildern, an einzelnen Szenen.

Wie alt warst du, als dir das erste Mal der Gedanke kam ein Buch zu schreiben?

Dieser Gedanke ist mir relativ spät gekommen. Ich habe mit kürzeren Textformen begonnen, dann im filmischen Bereich mit längeren Texten gearbeitet. Daran, ein Buch von 522 Seiten zu schreiben, habe ich mich erst gewagt, als die Kinder aus dem Haus waren und ich Zeit dazu hatte.

Wie lässt du dich inspirieren?

Eigentlich gar nicht. Die Inspriation entsteht aus dem Leben, das ich führe. Wir verlassen uns heute immer stärker auf KI und digitale Systeme – auf Smartphones, Navigationsgeräte, Smart Homes, virtuelle Assistenten und natürlich auf das Internet. Die ursprüngliche Idee zu "Der Sonnensturm" hat sich aus einer einfachen, aber beunruhigenden Frage entwickelt: Was würde eigentlich passieren, wenn plötzlich alle digitalen Geräte aufhören würden zu funktionieren? Ich habe recherchiert und nach einem Ereignis gesucht, das tatsächlich einen solchen Zusammenbruch der digitalen Welt bewirken könnte. Ein massiver Sonnensturm, der weltweit einen elektromagnetischen Impuls auslöst, ist wissenschaftlich durchaus plausibel und bietet daher einen realistischen Auslöser für ein solches Szenario. Von dort aus begann ich, verschiedene Handlungsstränge zu entwickeln, die sich schließlich zu der Geschichte verdichteten, die ich in "Der Sonnensturm" erzähle.

Das Buch ist auch stark von der aktuellen Diskkussion um künstliche Intelligenz inspiriert. Ist KI nur ein nützliches Instrument oder könnte sie den Menschen übertrumpfen oder gar überflüssig machen, wie Yuval Noah Harari dies eindrucksvoll in seinem Buch "Homo Deus" beschreibt? Diese Gedanken sind in die Gestaltung der Figur TRON eingeflossen, der künstlichen Superintelligenz, die im Roman eine zentrale Rolle spielt.

Die Angst des Menschen vor Maschinen gibt es, seitdem es Maschinen gibt, und diese gibt es, weil die Menschen hoffen, sich dadurch ihr Leben zu erleichtern und ihre Kräfte zu steigern. Beides - die Ängste und die Sehnsucht - hat auch seinen Niederschlag in Literatur und Film gefunden. Dem sich zu entziehen ist unmöglich. Ich könnte aber nichte einzelne Bücher oder Filme benennen, die mich besonders inspiriert hätten – vielmehr ist es die gesamte kulturelle Strömung von Geschichten, die wir alle aufnehmen. Sie haben prägt, wie ich Figuren entwickle, Handlungen strukturiere und letztlich Geschichten erzähle.

Ist das Schreiben so etwas wie ein Ventil für dich und wenn ja, wie beschreibst du es?

Nein, das Schreiben ist kein Ventil für mich. Das Schreiben eines Buches empfinde ich eher wie ein nach außen verlagertes Selbstgespräch. Während ich schreibe, setze ich mich intensiv mit meinen eigenen Gedanken, Fragen und Vorstellungen auseinander. Ich formuliere Ideen, überprüfe sie, verwerfe sie wieder oder entwickle sie weiter. Was normalerweise nur in meinem Kopf geschieht, wird dabei sichtbar und greifbar.
Wenn ich schreibe, spreche ich gewissermaßen mit mir selbst. Ich stelle mir Fragen, suche nach Antworten und versuche, meine Gedanken in Worte zu fassen. Figuren, Handlungen oder Argumente entstehen dabei aus diesem inneren Dialog. Durch das Schreiben ordne ich meine Überlegungen und entdecke manchmal erst im Prozess, was ich eigentlich denke oder sagen möchte.
Gleichzeitig bleibt dieses Selbstgespräch nicht privat. Indem ich es aufschreibe, mache ich es für andere zugänglich. Leserinnen und Leser können meinen Gedankengängen folgen, meine Fragen nachvollziehen und vielleicht eigene Antworten darauf finden. Mein innerer Dialog wird so zu etwas, das von außen betrachtet und mitgedacht werden kann.
Für mich ist ein Buch deshalb nicht nur ein fertiger Text, sondern auch die Spur eines Denkprozesses. Es zeigt, wie sich Gedanken entwickeln, wie Zweifel und Erkenntnisse miteinander ringen und wie aus vielen einzelnen Überlegungen allmählich etwas Zusammenhängendes entsteht. In diesem Sinne ist das Schreiben für mich ein Selbstgespräch, das ich mit der Welt teile.

Welches deiner Bücher gefällt dir selbst am besten?

Da ich bisher nur "Der Sonnensturm" geschrieben habe, ist die Antwort einfach. Allerdings arbeite ich bereits am 2. Band.

Welche Charaktere deiner Bücher sind dir am meisten ans Herz gewachsen?

Ich habe es wirklich genossen, all die Figuren zu erschaffen, die jetzt im Buch sind, zumal sie mich bisweilen überrascht haben. Denn sie haben bisweilen eine Art "Eigenleben" entwickelt und sich anders verhalten, als ich ursprünglich geplant hatte. Dem bin ich dann gefolgt, um diese Varianten auszuprobieren. Manches davon hatte Bestand. Natürlich verlangen die Hauptfiguren die meiste Aufmerksamkeit, da sie das Herz der Geschichte sind. Dennoch haben mich auch einige Nebenfiguren zunehmend fasziniert. Viele von ihnen entwickelten sich während des Schreibprozesses unerwartet weiter und übernahmen bedeutendere Rollen, als ich ihnen zunächst zugedacht hatte. Ich gab ihnen den Raum, zu wachsen, was die Geschichte umso reicher machte.

Wann erscheint voraussichtlich dein nächstes Buch?

Wenn alles gut geht, noch in diesem Jahr 2026.

Wo bzw. wie sind deine Bücher am einfachsten zu finden?

"Der Sonnensturm" ist überall dort erhältlich, wo es Bücher gibt. Am einfachsten ist das Buch wohl im Onlinehandel zu finden.

Was sagst du deinen Lesern, die selbst gern schreiben würden, aber nicht wissen, wie sie beginnen sollen?

Ich denke nicht, dass es mir zusteht, hier kluge Ratschläge zu geben. Dazu stehe ich nach einem Buch noch zu sehr selbst am Anfang. Auch denke ich, dass jeder und jede selbst für sich herausfinden muss, welcher Weg der richtige sein könnte. Ich möchte mich hier einem wesentlich berufeneren Autor anschließen und Stephen King zitieren: „Wenn du Schriftsteller werden willst, musst du vor allem zwei Dinge tun: viel lesen und viel schreiben.“

Deine Abschlussrede

Auf Amazon werden immer mehr Bücher veröffentlicht, die nicht mehr von Menschen, sondern von einer KI geschrieben wurden. Literatur basiert aber auf persönlichen Erfahrungen, Emotionen und individuellen Perspektiven, über die künstliche Intelligenzen schlicht nicht verfügen. Sie können sie nur nachahmen. Literatur lebt auch vom Dialog zwischen Autor und Leserschaft. Dieser menschliche Bezug schafft eine besondere Verbindung zwischen Werk und Publikum. Ich hoffe, mit diesem Interview dazu einen Beitrag geleistet zu haben.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und für die Möglichkeit, hier einige Sätze zu meiner Arbeit als Autor sagen zu dürfen.
Bitte zögern sie nicht, mich zu kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben sollten.