Autorin Paula Gubser
In welchen Genres schreibst du?
Fiction, andere
Titel deiner bisher veröffentlichten Bücher?
Wenn das Hirn ausschaltet
Wie kamst du zum Schreiben?
Eigentlich war es mehr ein Ausweichen als ein Streben. Ich habe irgendwann gemerkt, dass es weniger anstrengend ist, die Dinge aufzuschreiben, als sie ständig zu erklären. Und es war vermutlich der einzige Ort, an dem ich nicht unterbrochen wurde.
Worauf konzentrierst du dich beim Schreiben am meisten?
Darauf, dass es echt bleibt. Kein dramatischer Überbau, keine falsche Tiefe. Wenn ein Gedanke nur ein Gedanke ist, muss er nicht gleich eine Metapher werden. Ich mag es nicht, wenn Texte so tun, als wären sie klüger als der Mensch, der sie geschrieben hat.
Wie alt warst du, als dir das erste Mal der Gedanke kam ein Buch zu schreiben?
Alt genug, um zu wissen, dass ich nichts wirklich Interessantes zu sagen habe. Und jung genug, es trotzdem zu versuchen. Also irgendwann zwischen "ich kann lesen" und "ich hab’s dann tatsächlich getan".
Wie lässt du dich inspirieren?
Meistens durch Unzulänglichkeiten – meine eigenen oder die der anderen. Gespräche, die in der Luft hängenbleiben. Gedanken, die man nicht zu Ende denken darf. Momente, die komisch wären, wenn sie nicht so traurig wären – oder umgekehrt.
Ist das Schreiben so etwas wie ein Ventil für dich und wenn ja, wie beschreibst du es?
Ein Ventil, ja – aber nicht für Druck, sondern für Überfluss. Wenn zu viele Gedanken da sind, zu viele Sätze, die keinen Ausgang finden, dann schreibe ich. Es ist wie Fenster öffnen in einem stickigen Raum, den man nicht verlassen kann.
Welches deiner Bücher gefällt dir selbst am besten?
Ich habe nur eines geschrieben :)
Welche Charaktere deiner Bücher sind dir am meisten ans Herz gewachsen?
Die, die nerven. Die widersprüchlich sind, ungeduldig, laut oder zu still. Die, die nicht wissen, was sie wollen, aber trotzdem weitermachen. Vielleicht, weil ich mich in ihnen am meisten erkenne.
Wann erscheint voraussichtlich dein nächstes Buch?
Sobald ich aufhöre, mir einzureden, dass es noch nicht gut genug ist. Oder sobald mich jemand zwingt. Wahrscheinlich beides gleichzeitig.
Wo bzw. wie sind deine Bücher am einfachsten zu finden?
Da, wo man alles findet, das man nicht gesucht hat: im Internet.
Was sagst du deinen Lesern, die selbst gern schreiben würden, aber nicht wissen, wie sie beginnen sollen?
Fangt nicht an mit dem grossen Anfang. Fangt an mit dem, was ihr nicht loswerdet. Und hört nicht auf, nur weil es sich an einem Tag falsch anfühlt. Schreiben ist kein Lichtschalter, es ist ein Auf und Ab.
Deine Abschlussrede
Wenn ich eines gelernt habe, dann: Kein Buch heilt dich. Kein Satz macht dich ganz. Aber manche Worte richten dich auf, wenn du gefallen bist – auch wenn du es erst Wochen später merkst. Und wenn nur ein Gedanke, den ich aufgeschrieben habe, bei jemandem hängenbleibt, dann war es das wert.