Datenlöschung im Internet
Dienste im Internet möchten dir helfen deine persönlichen Daten im Internet aufzuräumen!
Diese Absurdität gibt es tatsächlich.
Niemand schützt dich vor Datenklau, vor Big Tech und immer mehr Datensammelpraktiken. Weshalb auch, lassen sich doch mit zusätzlichen Onlinediensten und noch mehr Computercode wieder einmal Millionen oder gar Milliarden verdienen. Kommt nur darauf an, wie viele gefunden werden, die darauf hereinfallen.
Zuerst wurden dir alle Onlinedienste schmackhaft gemacht, bei denen du deine Privatsphäre komplett verlierst und wodurch du gläsern geworden bist, und jetzt gibt es etwas, das du kaufen kannst, um deine vorherige Sorglosigkeit wieder in den Griff zu bekommen.
Natürlich könnte man sagen, bist doch selbst dran schuld, wenn du alles glaubst!
Onlinedienste, die versprechen, Informationen über dich aus dem Internet zu entfernen, sind weder vertrauenswürdig noch ist garantiert, dass ihr Versprechen überhaupt von Erfolg gekrönt ist. Falsch! Es ist gar nicht möglich!
Weshalb nicht vertrauenswürdig, weshalb nicht möglich, fragst du?
Wie kann es sein, dass jemand oder ein Unternehmen mit einem Programm dazu fähig ist, Daten zu deiner Person aus dem Internet zu entfernen?
Ist dieser etwa in der Lage, z.B. Google davon zu überzeugen, alle von dir gesammelten Informationen aus den letzten Jahrzehnten zu entsorgen?
Wie kommt es, dass so jemand die Stellen kennt, wo sich Informationen zu dir befinden, oder sogar darauf zugreifen kann? Um Daten löschen zu können, werden bestimmte Berechtigungen benötigt.
Wenn jemand diese Stellen kennt und darauf ohne Weiteres zugreifen kann, dann solltest auch du in der Lage sein, diese finden zu können. Falls nicht, bedeutet das, du solltest bei solchen Angeboten doppelt vorsichtig sein.
Ein Unternehmen, das Zugriff auf Daten und Kanäle hat, auf die du keine hast, muss zwangsläufig an irgendeinem Punkt gemeinsame Sache mit den Datenhaltern machen. Dieser wird sein Gold (Informationen über dich) nicht kampflos aufgeben.
Vielleicht bist auch du jeden Tag in den Social-Media-Portalen, suchst über die bekannte Onlinesuchmaschine und hast dir das neue Betriebssystem einer bekannten Firma auf deinem PC installiert?
In einem Zeitraum von mehreren Jahren oder gar Jahrzehnten kommen so Unmengen an Informationen über dich zusammen, was selbst Profis nicht für möglich gehalten hätten. Dinge über dich, die du längst vergessen hast, vergisst ein Computer jedoch nicht! Vor allem dann nicht, wenn alles gespeichert, tausendfach kopiert und zigmal geklaut wurde.
Kaum ein Datenpool wurde nicht schon einmal geknackt und dessen Daten in den Umlauf gebracht. Was ist mit den gestohlenen Daten aus den letzten 10–20–30 Jahren? Wer hat diese jetzt? Wie soll es möglich sein, diese Daten, von denen niemand weiß, wo sie sich überall befinden, wieder zuverlässig zu beseitigen?
Fragen über Fragen, die du dir ernsthaft stellen solltest, bevor du in Erwägung ziehst, dein Geld in solche Dienste zu stecken.
Die Antwort darauf ist: Es geht nicht!
Besser du gehst mit deiner Partnerin oder deinem Partner in ein gutes Restaurant und ihr gönnt euch ein tolles Abendessen bei Kerzenschein, das vermindert auch zugleich die Zeit, in der du private Informationen ins Internet eingeben kannst.
Bist du der Meinung, es liege an dir, deine gestohlene Privatsphäre wiederherzustellen, oder es gebe andere, die dazu in der Verantwortung sind? Leider ist es tatsächlich deine Sache, was du damit anstellst.
Möchtest du 50–60 € im Jahr für einen Dienst ausgeben, von dem du weder weißt, ob er funktioniert, noch woher die Initiative kommt?
Der bessere Weg ist, deine freizügige Art, private Dinge von dir im Internet zu verbreiten, einzustellen oder rapide einzuschränken und so wenig digitale Werkzeuge zu nutzen wie möglich. Deine Zukunft steht auf wackeligen Beinen und deine Kinder brauchen Eltern, die sich behaupten können. Verbringe besser mehr Zeit mit deiner Familie und deinen Freunden und schalte die Geräte ab. Grill dir ein Steak und hab Spaß.
Denk mal drüber nach!