Zehn Jahre (für ihn)
Ich sehe uns auf jenem Bild.
Die Braut, der Bräutigam, ein Lächeln, das fast lauter war als das Ja.
So viel Glanz in unseren Augen, so viel Zukunft in einem einzigen Kuss.
Zehn Jahre her. Ein ganzes Leben. Vielleicht zwei.
Du, ein Mann, gezeichnet von Arbeit,
die nie nach dir gefragt, nur genommen hat,
bis du nichts mehr geben konntest als Schweigen.
Ich, ein Schatten meiner selbst,
krank getragen von allem, was nicht heilen wollte.
Was ist geblieben von uns, außer diesem Bild,
das lügt und doch so wunderschön war?
Zwei Wege, die sich noch berühren, aber nicht mehr führen.
Wirst du noch einmal nach meiner Hand greifen?
Oder verlernten wir es beide, gemeinsam zu gehen?
Ich weiß es nicht.
Nur eins: Ich liebe dich. Noch. Trotz.
Vielleicht sogar deshalb.